M.A.B.

Aktuelles

 

1. Tagung Burgen des Nordens 3

2. Hinweis auf ein dänisches Projekt zur Burg Nyborg

 

 

 

Tagung

 

„Burgen des Nordens 3 – Burgen und Befestigungen im Zeitalter der Reformation und Konfessionalisierung – das Heilige Römische Reich und die Staaten West- und Nordeuropas 1500-1620" 

 

  

Internationale Konferenz der Aarhus University, School for Culture and Society –Research Progamme „Material, Culture and Heritage", der Forening „Magt, Borg og Landskab“, der Borgerforening Flensborg und des Marburger Arbeitskreises für europäische Burgenforschung e. V.

 

 

Flensburg, 9. – 11. Oktober 2017

 

Die Epoche der Konfessionalisierung zwischen 1500 und 1620 hat das mittelalterliche Europa innerhalb von etwas mehr als einem Jahrhundert grundlegend verändert und ist als Zeit eines Transformationsprozesses zwischen mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Welt zu sehen. In dieser Ära wurden nicht nur alte Burgen ausgebaut, sondern es entstanden auch Neubauten in allen Zwischenstufen vom unbefestigtem Herrensitz über burgähnliche Anwesen bis zur landesherrlicher Festung. Immer wieder wurde und wird allerdings das Ende des mittelalterlichen Burgenbaus für die Zeit um 1500 postuliert. Vorzugsweise wird die Einführung und zunehmende Verbesserung der Feuerwaffen zu einer schlagkräftigen Artillerie hierfür verantwortlich gemacht, welcher die bisherigen Befestigungen angeblich nicht mehr hätten widerstehen können und somit militärisch obsolet geworden wären. Die Mehrzahl neuer Adelssitze wurde aber selbstredend weiterhin befestigt – nicht unbedingt zur Verteidigung gegen große Heere mit Kanonen, sondern gegen Handstreiche und Überfälle, womit erprobte Konzepte bis ins 17. Jahrhundert tradiert wurden. Daneben entstanden mit dem Ausbau einzelner Burgen und Stadtbefestigungen große Landesfestungen, getragen von der Finanzkraft der aufstrebenden Landesherren, die sich im Heiligen Römischen Reich der Reformation anschlossen und eine mächtige Opposition im Sinne ständischer Libertät gegen den Kaiser bildeten. Burgen wie die Wartburg boten Reformatoren wie Luther landesherrliche Zuflucht und sie spielten wie die Stadtfestungen eine wichtige Rolle zur Absicherung der reformatorischen Sache gegen den Kaiser und die katholischen Mächte.

Durch die Reformation aufgelassene Klöster gelangten in landesherrlichen Besitz, und wenn im Frühmittelalter zahlreiche Adelige ihre Eigenburgen in Klöster per Stiftung umwandelten, so ist nun eine gegenläufige Bewegung zu konstatieren: manches Kloster wandelte sich zur Burg.

Die Tagung will diese Entwicklungen in den Fokus nehmen und fragt nach den politischen und architekturgeschichtlichen Bedingungen für den Burgenbau und nach seiner Entwicklung im Mittel- und Nordeuropa zur Zeit der Reformation. Handelt es sich wirklich um „the twilight of medieval castles“, wie ein Buchtitel von Stéphane William Gondoin 2009 suggeriert, oder nicht eher um eine Spätblüte?

Einer der Schwerpunkte soll dabei auf dem Nord- und Ostseeraum, besonders den skandinavischen Ländern liegen, in denen in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts so gewaltige königliche Festungen wie Gripsholm, Kalmar, Sønderborg oder Uppsala entstanden, aber auch eine ganze Reihe kleinerer Burgen wie Spøttrup oder Egeskov. Sie sind im Zusammenhang mit der weiteren Ausbildung der skandinavischen Staatenwelt zu sehen, in denen damals die Reformation eingeführt wurde.

 

Teilnahmegebühren:

Achtung: im Webshop sind die Tagungsgebühren in Dänischen Kronen (DK) ausgewiesen, müssen also in Euro umgerechnet werden! Der Gesamtpreis für die Tagung inklusive Verpflegung und Busexkursion beträgt € 125.-. Teile sind aber auch einzeln über das Portal des Webshops der Universität Aarhus buchbar, der günstigste Tarif liegt bei umgerechnet € 36.-.

 

Unterkunft:

Achtung: Es sind zur Zeit der Tagung bereits in einigen Bundesländern Herbstferien. Daher empfiehlt sich eine frühzeitige Buchung eines Quartiers. Hinweise auf Unterkünfte finden Sie unter:

https://www.fremdenverkehrsbuero.info/fremdenverkehrsamt-flensburg.html

Programm Burgen des Nordens 3.pdf
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Programme Castles of the North 3.pdf
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Hinweis auf ein aktuelles Projekt zu Burg Nyborg / Dänemark

Nyborg Castle and the royal tournament square in front of the City Hall are going to be revitalized through a large reconstruction and building project. The project is intended to make Nyborg Castle and its environs a new coherent cultural heritage site that provides better understanding of the historical fortress structure on the castle island, enhanced cohesion between castle and town, and new facilities for presentation, interpretation and exhibition. In addition to the masterplan that is to include the town hall square and the ramparts, existing listed buildings are to be restored and a new exhibition building is to be established within the castle perimeter.

The project is made possible by a grant of 276 million Danish kroner (approximately 40 million €) donated by the A.P. Møller Foundation, Realdania, the Danish Agency for Palaces and Cultural Properties (SLKE) and Nyborg Municipality who together with Østfyns Museer are behind the project. An invitation to participate in an international design competition has just been issued. You can read more about the project (also to the international design contest with a description in English) via the link: http://www.danmarksrigeshjerte.dk/verdensarven/projekt-nyborg-slot/.

We hope that you will find this interesting and distribute the news and the call for the design competition in you countries and to your colleagues and other interested parties.

 

Janus Møller Jensen 

Head of Department 

Nyborg Castle / Østfyns Museer

Tlf: +45 65 31 02 07  |  Mob: +45 23 96 20 76  |  Mail: jmj@ostfynsmuseer.dk

Marburger Arbeitskreis für europäische Burgenforschung e. V. | info.burgenforschung@yahoo.de